Vorwort

Sehr geehrte Aktionärinnen, sehr geehrte Aktionäre, sehr geehrte Damen und Herren
Bild Reuter

Dr. Till Reuter Vorsitzender des Vorstands

wie sich die Wirtschaft weiter entwickeln würde, war zu Beginn des vergangenen Geschäftsjahres nur schwer abzusehen. Eines aber war uns klar: 2010 sollte für KUKA ein Jahr der Transformation werden. Ein Jahr, in dem das Unternehmen sich die Basis für nachhaltiges profitables Wachstum schafft. Genau das haben wir erreicht!

Ausblick übertroffen und Kosten gesenkt

Die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres können sich sehen lassen. Der Umsatz verzeichnete ein Plus von 19,6 Prozent, übertraf die Marke von einer Milliarde Euro und lag damit über der zur Jahresmitte angehobenen Prognose. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) steigerte sich und erreichte insgesamt 24,8 Millionen Euro. Damit übertrafen wir den angestrebten Zielkorridor von 10 bis 20 Millionen Euro.

Gleichzeitig haben wir konsequent daran gearbeitet, unsere Kosten zu senken. Wir haben die Marktschwäche der vergangenen Jahre genutzt, um unsere Geschäftsprozesse auf den Prüfstand zu stellen, und haben unsere organisatorischen Strukturen verbessert. Mit Erfolg: In den vergangenen zwei Jahren konnten wir nachhaltige Einsparungen von knapp 70 Millionen Euro erzielen. 2011 werden wir den vollen Effekt dieser Maßnahmen spüren.

Finanzierung auf solides Fundament gestellt

Dem Unternehmen flossen mehr als 70 Millionen Euro frisches Kapital zu – ein Meilenstein zur langfristigen Sicherung der finanziellen Unabhängigkeit des Unternehmens. Im Juni 2010 und im November 2009 haben wir zwei Kapitalerhöhungen durchgeführt und damit unser Eigenkapital gestärkt.

Im November 2010 platzierten wir darüber hinaus erstmals eine Unternehmensanleihe – ein Zeichen dafür, dass uns die Kapitalmärkte weiter unterstützen. Mit dem zugeflossenen Kapital von rund 200 Millionen Euro haben wir die noch ausstehende Wandelschuldverschreibung refinanziert, den laufenden Konsortialkredit teilweise abgelöst und in das operative Geschäft investiert.

Nachfrage aus der Automobilindustrie zuerst angesprungen

Das operative Geschäft war 2010 von der starken Nachfrage aus der Automobilindustrie geprägt, die sich nach der Wirtschaftskrise besonders schnell erholte. Das Robotergeschäft erzielte dabei einen neuen Rekord im Auftragseingang. Im vierten Quartal überschritt KUKA Robotics die Schwelle von 10.000 bestellten, Industrierobotern – ein bisher nicht erreichter Wert. Bei den großen Automobilherstellern gelten wir seit vielen Jahren als zuverlässiger Partner. Diese Stellung wollen wir ausbauen. Die große Anzahl der in den kommenden Jahren geplanten Modellanläufe von neuen Fahrzeugen wird uns die entsprechenden Wachstumsimpulse geben. Auch bei Zukunftstrends, wie Fahrzeugen mit Elektroantrieb oder Fahrzeugen, die auf Leichtbau beruhen und den Einsatz neuer Verbundwerkstoffe erfordern, sehen wir gute Chancen. Dies geht nicht ohne Robotertechnologie.

Neben der Automobilindustrie, unserem Kerngeschäft, haben wir uns in einer Reihe anderer Branchen außerhalb der Automobilindustrie – wir sprechen hier von der General Industry – erfolgreich etabliert. Ob Maschinenbau oder Medizintechnik, Luftfahrt oder Lebensmittel, Solar oder Kunststoff – das Know-how von KUKA ist überall gefragt, wo Automatisierungslösungen die Effizienz und Flexibilität in der Produktion erhöhen.

Überdurchschnittliches Wachstum in den BRIC-Staaten

Regional fokussieren wir uns auf die aufstrebenden Schwellenländer wie Brasilien, Russland, Indien und China, die so genannten BRIC-Staaten. Im zweiten Halbjahr 2010 haben wir u. a. eine Reihe von Großaufträgen aus der Automobilindustrie erhalten, die dort neue Produktionsanlagen baut. Wir sehen in diesen Ländern große Potenziale – auch in der General Industry, denn die industrielle Automatisierung steht in allen Schwellenländern erst am Anfang. Deshalb erwarten wir in den nächsten Jahren überdurchschnittliches Wachstum in den BRIC-Staaten und werden unsere betrieblichen Kapazitäten entsprechend weiter ausrichten.

Technologieführerschaft ausbauen

Mit der Markteinführung der neuen Generation von Industrierobotern QUANTEC / KR C4 auf der weltgrößten Robotermesse AUTOMATICA im vergangenen Jahr haben wir unsere technologische Spitzenposition untermauert. Das Zusammenspiel aus Mechanik, Steuerung, Bedienung und Programmierung dieser Baureihe ist einzigartig. Wir setzen damit neue Standards, die unseren Kunden umfangreiche Nutzenvorteile bringen. Bereits in diesem Jahr planen wir, mit der neuen Generation bis zu 30 Prozent des Absatzes an Industrierobotern zu erzielen.

Um unsere Innovationskraft zu stärken, haben wir im vergangenen Jahr bestimmte Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten in dem Bereich Advanced Robotics gebündelt. Seit Januar 2011 arbeitet dieser Bereich nun als eigenständige Gesellschaft KUKA Laboratories − sprich KUKA Labs – und erschließt neue Anwendungen und Zukunftsmärkte.

Ein Meilenstein in der Robotik ist auch der sensitive Leichtbauroboter, an dessen Serienreife KUKA Labs arbeitet. Weil er auf Berührung reagiert, ist er nicht an Sicherheitsräume gebunden und dazu prädestiniert, sich selbstständig in Räumen zu bewegen. Damit eignet der Leichtbauroboter sich für den Einsatz mit und am Menschen. In Zukunft wird er uns bei der Arbeit und im Haushalt immer mehr unterstützen.

Auch in der Medizintechnik übernehmen Roboter immer häufiger neue Funktionen: Sie helfen, Diagnosen zu stellen, Behandlungen durchzuführen, und können in der Therapie eingesetzt werden. In Bereichen wie der Positionierung von Patienten und der Bildgebung im Röntgenprozess hat sich KUKA bereits einen Namen gemacht – mit Industrierobotern. Zusammen mit Forschungsinstituten beschäftigen wir uns jetzt intensiv damit, weitere Anwendungen in der Medizintechnik für den Leichtbauroboter zu erschließen.

Geschäftsbereiche leisten wieder Ergebnisbeitrag

Vor eineinhalb Jahren sind wir angetreten, KUKA zu einem Technologieunternehmen mit hoher Innovationskraft und Ertragsstärke zu entwickeln. Die strategischen und operativen Weichen sind nunmehr gestellt: KUKA fokussiert sich auf seine Stärke, die Automation – neben Automotive in der General Industry. Der Geschäftsbereich Robotics hat 2010 sehr schnell wieder auf den Wachstumspfad zurückgefunden. Den Geschäftsbereich Systems werden wir weiter entwickeln, um seinen Beitrag zum Konzernergebnis weiter zu steigern. In den vergangenen 18 Monaten haben wir gezeigt, dass wir unsere Strategien und Ziele konsequent und schnell umsetzen. Deshalb ist KUKA wieder auf Kurs und wächst profitabel. In den nächsten Jahren wollen wir die Früchte dieser Arbeit ernten.

Dieser Veränderungsprozess war und ist ein Kraftakt für das Unternehmen. Ohne das Vertrauen unserer Kunden, Geschäftspartner und Aktionäre wäre dieser Fortschritt nicht so eindrucksvoll gewesen. Insbesondere der große Einsatz unserer Mitarbeiter verdient dabei höchste Anerkennung. Dafür möchte ich allen Beteiligten – auch im Namen meines Vorstandskollegen Stephan Schulak – sehr herzlich danken. Wir haben allen Grund, optimistisch in die Zukunft zu blicken, und freuen uns, wenn Sie uns auf diesem Weg begleiten.

Ihr

Dr. Till Reuter
Vorsitzender des Vorstands

Bild Reuter und Schulak

Dr. Till Reuter Vorstandsvorsitzender (CEO)

Dr. Till Reuter (Jg. 1968) ist seit 2009 Vorstandsvorsitzender der KUKA AG. Nach Stationen als Anwalt in Frankfurt, New York und São Paolo wechselte er ins Investmentbanking mit Stationen bei der Deutschen Bank, Morgan Stanley und Lehman Brothers in Frankfurt, London und Zürich. Im Mai 2008 gründete er die Beteiligungsgesellschaft RINVEST AG, deren Verwaltungsratsvorsitzender er ist.

Stephan Schulak Finanzvorstand (CFO)

Stephan Schulak (Jg. 1968) ist seit 2009 Finanzvorstand der KUKA AG. Zuvor übte er als Mitglied der Geschäftsführung die gleiche Funktion für die KUKA Roboter GmbH aus. Frühere Stationen verbrachte er als Konzernrevisor der Wacker Chemie AG sowie als Finanzvorstand der SÜSS Micro Tec AG.

Quickfinder

Verlauf